Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic im Test

Instax Mini 90 Neo ClassicDa Tests digitaler Dinge auf Dauer bestimmt langweilig werden, probiere ich heute einmal etwas richtig, richtig analoges! Eine Sofortbild-Kamera à la Polaroid: Die „Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic“. Als hauptsächlicher Smartphone-Knipser (immer noch mit dem tollen Lumia 950), welcher nur ab und zu eine Spiegelreflex zwischen die Finger bekommt, bin ich aber definitiv noch ein Fotografie-Laie. Seht mir deswegen meinen doch recht subjektiven Test nach, der im Folgenden kommen wird.

Grund der Anschaffung ist unsere Hochzeit, auf der die Sofortbildkamera eine klassische und fest verbaute Fotobox ersetzen soll. Wir versprechen uns durch die doch um einiges mobilere Fun-Knipse das ein oder andere schöne Foto für die Gäste und uns. Ob dafür allerdings eine einzige Kamera ausreichend ist, wird erst der Ernstfall zeigen.

Da meiner besseren Hälfte die Instax-Serie von Fujifilm schon durch ihre Mädels bekannt war, fiel die Wahl alsbald auf dieses stylische Gerät. Ich tendierte zuerst eher zum Instant-Foto-Konkurrenten Polaroid, der aber anscheinend so gar nicht den weiblichen Geschmack trifft. Also rüber zur „Fujifilms Instax Mini 90 Neo Classic“ (puh… wer hat sich bitte einen solchen Namen überlegt??).

Ersteindruck Der Instax Mini 90 Neo

Die Kamera scheint sehr gut verarbeitet zu sein. Sie macht einen hochwertigen Eindruck und macht durch ihre Design-Anleihen aus längst vergangenen und natürlich auch viel besseren Zeiten durchaus was her. Retro ftw! Dennoch kennt man ihr bei näherem Hinsehen dann doch die Massenfertigung an: Was wie Leder daherkommt, ist leider doch nur billiges Plastik. Dennoch bietet sie im Vergleich zu den kleineren Kameras der Instax Mini-Reihe eine ganze Reihe an weiteren und sinnvollen Einstellungen. So gehören beispielsweise die Modi Party, Landschaft, Makro und Normal dazu, die über einen Tastendruck auf der Rückseite aktiviert werden können. Auch ein Stativgewinde gehört zur Ausstattung der Instax Mini 90. So könnt ihr mehr aus euren Fotos machen!

Nichts für Perfektionisten!

Man kann es sich bestimmt schon denken, aber für Fotofetischisten ist eine Sofortbildkamera wie diese bestimmt nichts. Manche Fotos sind beispielsweise hoffnungslos über- oder auch unterbelichtet. Außerdem sollte man tunlichst vermeiden, einen Sonnenuntergang direkt festhalten zu wollen. Bei all meinen Fotos bekomme ich hässliche Bildfehler am Foto, wo eigentlich die Sonne zu sehen sein sollte. Durch den Sucher erkennt man außerdem nur schwer, welcher Bildausschnitt nun wirklich fokussiert ist. Man muss dafür erst ein wenig mit den Bildabständen herumexperimentieren.

Der nächste Knackpunkt, der mich sehr überrascht hat (ich sollte mich vorab wohl besser informieren!), waren die wirklich mickrigen Fotos. Die Kamera trägt wohl nicht ohne Grund ein „Mini“ in ihrem Namen. Die Fotos mit der Größe von 6cm * 4,5cm überraschen einen dann aber doch nochmal.

ein teures, aber lustiges Hobby

Ansonsten ist die Kamera relativ günstig. Zumindest habe ich mir mehr vorgestellt. Für um die 115€ wechselt sie derzeit auf Amazon den Besitzer. Nimmt man die günstigeren Kameras der gleichen Serie, kann man sogar schon bei unter 70€ mit der Knipserei beginnen. Dennoch hat man das hier gesparte Geld alsbald durch die extrem teuren Fotos herausgepulvert. Je nachdem, ob man Einzelpackungen (mit jeweils 10 Fotos) oder die größeren Sparpackungen kauft, gibt man pro Foto um die 1€ aus. Das kann ganz schnell ganz schön in’s Geld gehen! Man hat als sparsamer Student schon ein mulmiges Gefühl, wenn man die Kamera das erste Mal in der Hand hat und sie einfach mal nur schnell testen will.

Wer experimentierfreudig ist, kann sich außerdem Schwarzweiß-, CandyPop- oder auch Regenbogen-Filme zulegen. Diese (und wahrscheinlich noch mehr) sind für die Instax Mini 90 verfügbar und erweitern eure Fotokünste.

Fazit

Es ist wohl klar, dass die Instax Mini 90 nicht für den alltäglichen Gebrauch geeignet ist. Hier sind Smartphone oder auch Spiegelreflex einer Sofortbildkamera wohl immer überlegen. Vielmehr ist die Sofortbildkamera für Partys oder vielleicht auch als Reiseerinnerungen geeignet. Es ist schon schön, wenn man sofort etwas handfestes in Händen halten kann. Die Chance, dass ein solches Foto dann auch wirklich in ein Fotoalbum wandert, ist wohl um einiges höher, als bei einer digitalen Fotografie. Wie viele GB gammeln wohl auf meinen Festplatten dahin und warten darauf, endlich mal entwickelt zu werden? Ist so ein Sofortbild aber natürlich kaputt, so verliert man es für immer. Auch daran sollte man denken!

Abschließend möchte ich nochmals feststellen, dass die Reihe der Instax Mini-Kameras nicht viel mehr als eine nette Spielerei ist. Für sinnvolle Fotografie ist sie nicht verwendbar, kann aber trotzdem durchaus Spaß machen! Dies allerdings nur im engen Rahmen der „Spaß-Fotografie“. Wer sie aber nur dafür kauft, wird bestimmt viel Freude daran haben!

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